MIETERHÖHUNG. NORMALE WOHNLAGE

Amtsgericht Hamburg, Urteil vom 11. Oktober 2012, 40a C 84/12


Zum Sachverhalt:

Die Kläger begehren die Zustimmung zur Erhöhung der monatlichen Nettokaltmiete von der Beklagten.

 

Die Wohnung ist in einem Gebäude, das vor 1918 errichtet worden ist, im Univiertel belegen. Die Wohnung ist mit Bad und Sammelheizung ausgestattet. Das einschlägige Rasterfeld C 3 des Hamburger Mietenspiegels 2011 weist einen Mittelwert von 8,23 Euro aus. Die Kläger halten den Mittelwert angesichts der Lage, der Ausstattung und der Beschaffenheit der Wohnung für ortsüblich und angemessen. Die Beklagte hat die Klageabweisung beantragt.

Aus der Urteilsbegründung:

Die zulässige Klage ist nur teilweise begründet. Aufgrund einer Inaugenscheinnahme der Wohnung ist das Gericht der Ansicht, dass eine Miete in Höhe von 8,05 Euro, die auf der Hälfte zwischen dem unteren Drittelwert und dem Mittelwert des Rasterfeldes C 3 liegt, ortsüblich und angemessen ist.

 

Innerhalb der normalen Wohnlage ist die Lage der Wohnung als leicht unterdurchschnittlich einzuordnen. Die Wohnung liegt zwar zentral und verkehrsgünstig im Univiertel. In der Nähe der Wohnung stehen zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, Cafés und Restaurants zur Verfügung. Es wirkt sich allerdings nachteilig aus, dass nur circa 150 Meter entfernt von der Wohnung eine Bahnlinie liegt. Es handelt sich hierbei um eine Hauptstrecke. Des Weiteren sind beispielsweise von der Küche aus die Bahngleise für die Mieterin gut sichtbar. Es ist mithin davon auszugehen, dass die Beklagte, wie sie anlässlich des Ortstermins erklärt hat, in der Nachtruhe durch vorbeifahrende Güterzüge gestört wird.

 

Die Ausstattung der Wohnung ist ebenfalls von dem Gericht als leicht unterdurchschnittlich beurteilt worden. Die Fenster sind nicht isolierverglast. Als ein weiterer Ausstattungsnachteil ist zudem anzusehen, dass hier der Holzdielenfußboden ursprünglich übermalt und eine Estrichschicht aufgebracht worden war. Die Beklagte hatte den Boden auf eigene Kosten abschleifen und versiegeln lassen. Ein Raum der Wohnung geht zudem nicht von dem Flur ab, sondern ist hinter der Küche gelegen. Diese Gegebenheiten sind ebenfalls als nachteilig von dem Gericht bewertet worden.

 

Erstritten von den RAen Steins und Schadendorff

 

 


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